Dänische Geschäftskultur

Wer schon einmal Urlaub in Skandinavien gemacht hat, erinnert sich gerne an den lockeren Umgang miteinander, das kameradschaftliche „du“ und die entspannte Atmosphäre.

Was im täglichen Miteinander zu beobachten ist, prägt auch die Art und Weise mit der Dänen im beruflichen Alltag miteinander umgehen. Die Geschäftskultur ist eine andere als die, mit der man in Deutschland vertraut ist und kennt – und umzugehen weiß.

Gemeinsame Wege finden

Wo unterschiedliche Erwartungen und Erfahrungen aufeinander treffen, lassen Missverstände nicht lange auf sich warten. Wie können diese vermieden oder deren Zahl zumindest minimiert werden? Eine Möglichkeit ist, bereits im Vorfeld die gegenseitigen Erwartungen und Bedürfnisse anzusprechen, um anschließend einen gemeinsamen Weg finden zu können. Welche Wünsche gibt es etwa für den Ablauf einer Besprechung und welche Erwartungen an die Vorbereitung und für das Ergebnis? Sie sind sich nicht sicher, ob Sie nun mit Pullover oder doch besser im Anzug zu einem Treffen erscheinen sollen? Die Wahrscheinlichkeit, dass der dänische Partner sich die gleiche Frage stellt, ist gar nicht so gering. Hier könnten schon durch vorheriges Nachfragen oder die Vereinbarung eines „Dress-Codes“ Überraschungen für beide Seiten vermieden werden.


Wir geben Ihnen ein paar Tipps:

Unternehmenskultur

Generell gibt es in dänischen Unternehmen flachere Hierarchien. Die Mitarbeiter sind ein hohes Maß an Eigenverantwortung gewohnt, auch was Entscheidungen betrifft, und das ist auch gewünscht. Es wird nicht erwartet, dass vor jeder Entscheidung mit einem Vorgesetzten Rücksprache gehalten wird.

Verhandlungen

In Dänemark ist es unüblich, bei Meetings oder Verhandlungen direkt zur Sache zu kommen. Vertrauen ist grundsätzlich ein wesentliches Kennzeichen des Miteinanders in der dänischen Kultur, weshalb auch im Geschäftlichen oft gerne erst einmal locker geplaudert wird, um sich näher kennenzulernen.

Deutsche werden bei Verhandlungen häufiger eine feste Tagesordnung vermissen und sich über einen mehr situativ-spontanen Ablauf in den Verhandlungen wundern. Das Ziel ist oft nicht so klar festgesteckt wie man es vielleicht gewohnt ist, sondern eher in groben Zügen skizziert. Das gleiche gilt für den Weg dorthin, was durch eine stärkere Mitsprachekultur der Mitarbeiter begründet ist. Generell ist der Verhandlungsstil informeller als in Deutschland.

Verträge

Es gilt auch das gesprochene Wort. Mündliche Vereinbarungen sind nichts Ungewöhnliches in Dänemark. Es gibt natürlich Verträge, häufig sind diese jedoch weit weniger detailliert, als man es in Deutschland kennt. Auch gibt es in geringerem Umfang eine Kultur, alles schriftlich zu fixieren, wie etwa die Erstellung von regelmäßigen Zwischenberichten, oder die schriftliche Zusammenfassung der wesentlichen Punkte nach einem Treffen oder Gespräch.

Zusammenarbeit

Was in den Verhandlungen schon erkennbar war wird später in der Zusammenarbeit noch deutlicher. Es gibt weniger fest definierte Pläne, der Weg wird stärker im eigentlichen Prozess entwickelt und ist somit erst einmal offener. Grundsätzlich wird erwartet und viel Wert darauf gelegt, dass sich die Mitarbeiter in den Prozess miteinbringen.

Ansprache

In den sechziger und siebziger Jahren des vergangen Jahrhunderts wurde das formelle „Sie“ oder „De“ in Skandinavien und auch in Dänemark sozusagen abgeschafft. Sie werden dem formellen „De“ möglicherweise noch in Geschäftsbriefen begegnen. Im normalen Sprachgebrauch wird es buchstäblich nur noch für die königliche Familie benutzt.

Dänen sind bei Vorname und „Du“, privat genauso wie geschäftlich. Das schließt auch die Begrüßung und Vorstellung ein, wo häufig auch nicht der Nachname genannt wird.

Dress-Code

Was den Dress-Code betrifft, so gibt es nicht wirklich einen. Generell werden Sie ein im Vergleich zu den Deutschen eher legeres Auftreten und einen lockereren Kleidungsstil antreffen. Seien Sie aber nicht überrascht, wenn Sie bei einer privaten abendlichen Einladung plötzlich einem wesentlich formelleren Kleidungsstil begegnen, als den, den Sie vielleicht in Deutschland bei einer ähnlichen Gelegenheit erwarten würden.